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Wie die Digitalisierung den Ausstoss von Treibhausgasemissionen verringert

Die Digitalisierung wirkt sich auf unterschiedliche Themenfelder aus - so auch auf unsere Treibhausgasemissionen

Adi Zumbühl

Der nachfolgende Artikel basiert auf der Studie «Nachhaltigkeit im Rechnungswesen», welche im März 2022 im Auftrag von SIX durch die carbon-connect AG veröffentlicht wurde. Die Digitalisierung wirkt sich auf unterschiedliche Themenfelder aus. In der erwähnten Studie wurde primär der Nachhaltigkeitsaspekt im Sinne der Treibhausgasemissionen betrachtet. Als Grundlage für die Berechnung der einzelnen Faktoren dienen unterschiedliche Studien, Datenbanken und Bilanzen, welche in der Studie detailliert beschrieben sind.

Grundlagen der einzelnen Rechnungsformen

Die Papierrechnung löst nach wie vor am meisten Treibhausgasemissionen aus. Durch das Erstellen, Drucken und postalische Versenden ist dies auch in Bezug auf Ressourcen und Effizienz die am wenigsten nachhaltige Methode.

Bei der Rechnungsstellung per E-Mail entfällt der Druck der Rechnung und der postalische Versand. Der Rechnungssteller versendet die Rechnung via E-Mail an den Empfänger, der sie online via E-Banking bezahlen kann. Der Rechnungsempfänger muss sich in der Regel für die E-Mail-Rechnung beim Rechnungssteller anmelden. Der Aufwand für die Registrierung dauert gemäss SIX im Schnitt eine Minute. Grundsätzlich ist es natürlich auch möglich, dass der Empfänger die Rechnung ausdruckt und am Postschalter bezahlt – dies ist jedoch eher selten die Regel.

75% aller Rechnungen werden in der Schweiz noch in Papierform versendet.

Die umweltfreundlichste und effizienteste Variante ist eBill, da der Rechnungsempfänger - im Gegensatz zur Papier- und E-Mail-Rechnung - keinen Einzahlungsschein erhält. Optional wird per E-Mail darüber informiert, dass eine neue eBill-Rechnung im E-Banking eingetroffen ist. Aktiviert wird eBill direkt im E-Banking beim jeweiligen Finanzinstitut. Es entstehen keine weiteren Aufwände zur Übermittlung von Zahlungsempfängerdaten. Zudem kann im E-Banking mit eBill direkt eine Datenablage erstellt werden.

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Emissionsbilanz nach Varianten

Für die Studie hat die carbon-connect AG die Treibhausgasemissionen für einen kompletten Rechnungsprozess auf Basis aller Rechnungsstellungsmethoden pro erstellter Rechnung im Jahr 2021 hochgerechnet. Ein Rechnungsprozess beinhaltet hierbei die Rechnungsstellung, die Bezahlung, sowie die Rechnungsablage. 

Den Hauptanteil an CO2-eq-Emissionen ist auf den Druck von Rechnungen und deren Bezahlung am Postschalter zurückzuführen.

Die klassische Papierrechnung verursacht einen durchschnittlichen Ausstoss von rund 76 g CO2-eq. Die meisten Emissionen entstehen hierbei bei der Bezahlung der Rechnung am Postschalter, sowie beim Druck der Rechnung. Wir die Papierrechnung mittels E-Banking bezahlt, fallen pro Rechnung 54.4 g CO2-eq an - bei der Bezahlung am Schalter sind es insgesamt 175.9 g CO2-eq.

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Die E-Mail-Rechnung wird in ganz seltenen Fällen ausgedruckt und dann am Postschalter bezahlt. Dies ist somit die umweltschädlichste Variante, eine E-Mail-Rechnung zu bezahlen. Wir die E-Mail-Rechnung via E-Banking beglichen, so fallen insgesamt lediglich 23 g CO2-eq an. Der Treibhausgasausstoss ist somit rund 70% geringer, als bei der Papierrechnung.

Bei der eBill-Rechnung fallen insgesamt lediglich 10 g CO2-eq an - hierbei ist der grösste Anteil des Ausstosses auf die Rechnungserstellung zurückzuführen. Insgesamt führt die eBill-Rechnung zu 87% weniger Emissionen gegenüber der Papierrechnung und 57% gegenüber der E-Mail-Rechnung. Bei der eBill-Rechnung spielt zudem das Mahnwesen eine starke Rolle. Bei Papier- und E-Mail-Rechnungen sind es ungefähr 10% aller Rechnungsempfänger, welche gemahnt werden. Bei der eBill-Rechnung lediglich 1%.

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Die klassische Papierrechnung verursacht einen durchschnittlichen Ausstoss von rund 76 g CO2-eq. Die meisten Emissionen entstehen hierbei bei der Bezahlung der Rechnung am Postschalter, sowie beim Druck der Rechnung. Wird die Papierrechnung mittels E-Banking bezahlt, fallen pro Rechnung 54.4 g CO2-eq an - bei der Bezahlung am Schalter sind es insgesamt 175.9 g CO2-eq.

Fazit

Die erschreckendste Erkenntnis aus der Studie ist, dass 75% aller Rechnungen noch auf dem Postweg versendet werden. Hier gibt es enorm viel Potenzial nach oben für Unternehmen. Nicht nur in Anbetracht der CO2-Bilanz, sondern auch in Bezug auf Effizienz und Kosten (Druckkosten, Porto etc.). 

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